Starkregen und Binnenhochwasser können erhebliche Schäden verursachen und Menschenleben gefährden. Neben dem technischen Hochwasserschutz braucht es deshalb eine vorausschauende Überflutungsvorsorge, die Risiken frühzeitig erkennt und bereits bei der Siedlungs- und Infrastrukturplanung berücksichtigt.
Mit den landesweiten Starkregenhinweiskarten sowie den Hochwassergefahren- und Hochwasserrisikokarten stehen in Schleswig-Holstein wichtige Grundlagen zur Verfügung. Wo sich daraus eine besondere Betroffenheit ergibt, müssen die Gefahren vor Ort genauer betrachtet und in kommunale Vorsorgekonzepte übersetzt werden. Die Beratungsstelle Wassergefahren unterstützt Kommunen bereits bei diesem Prozess und sollte deshalb dauerhaft gesichert werden.
Gleichzeitig müssen Städte und Gemeinden so weiterentwickelt werden, dass Niederschlagswasser möglichst vor Ort aufgenommen, gespeichert und verzögert abgegeben werden kann. Entsiegelung, grün-blaue Infrastruktur, natürliche Rückhalteflächen und zusätzliche Retentionsräume verbinden Hochwasservorsorge mit Klimaanpassung und einer lebenswerten Siedlungsentwicklung.
Besondere Aufmerksamkeit braucht die Planung sensibler Einrichtungen und kritischer Infrastruktur. Bei Einrichtungen wie Krankenhäusern oder Pflegeeinrichtungen können Überflutungen besonders schwerwiegende Folgen haben, weil sich dort Menschen aufhalten, die sich im Gefahrenfall teilweise nicht selbstständig in Sicherheit bringen können. Hochwasserrisiken und mögliche Überflutungstiefen müssen deshalb bereits bei der Standortwahl berücksichtigt und bestehende gefährdete Einrichtungen gezielt geschützt werden.