Eine verlässliche und wohnortnahe Versorgung mit Schwangerschaftsabbrüchen und ihre Entkriminalisierung sind klare Ziele unserer grünen Politik. Selbstbestimmung darf nicht davon abhängen, in welchem Teil Schleswig-Holsteins eine Person lebt, ob sie weite Wege selbstständig zurücklegen kann oder ob vor Ort einzelne Ärzt*innen entsprechende Leistungen anbieten. Die Entwicklung in Flensburg zeigt, wie schnell regionale Versorgungslücken entstehen können: Mit dem Trägerwechsel der DIAKO ist dort ein Angebot für Schwangerschaftsabbrüche nach der Beratungsregelung weggefallen. Zugleich können die Altersstruktur der anbietenden Ärzt*innen, bevorstehende Praxisaufgaben und fehlende Nachfolgen die Versorgung in den kommenden Jahren zusätzlich verschärfen.
Deshalb konkretisieren wir die bisherige Forderung nach einer landesweiten Versorgungsplanung. Die vom Landtag beschlossene Strukturanalyse soll zur Grundlage einer vorausschauenden Planung werden, die nicht erst reagiert, wenn Angebote bereits weggefallen sind. Unser Ziel ist, in allen Regionen Schleswig-Holsteins einen rechtzeitigen und wohnortnahen Zugang zu medikamentösen und operativen Schwangerschaftsabbrüchen zu gewährleisten. Dazu gehören ausreichend ambulante und stationäre Angebote, qualifizierte Ärzt*innen sowie eine flächendeckende Schwangerschaftskonfliktberatung. Gleichzeitig halten wir an dem Ziel fest, Schwangerschaftsabbrüche aus dem Strafrecht herauszulösen und § 218 StGB auf Bundesebene zu streichen.