Die Ergänzung konkretisiert den Schutz und die Förderung der Sinti und Roma in Schleswig-Holstein und greift aktuelle Erkenntnisse zu fortbestehendem Antiziganismus auf. Der Jahresbericht von MIA Schleswig-Holstein dokumentiert für 2025 83 antiziganistische Vorfälle und verweist unter anderem auf Diskriminierung im Bildungsbereich. Daraus ergeben sich Handlungsbedarfe bei Beratung, Prävention und der dauerhaften Absicherung von Meldestrukturen.
Zugleich zeigt die 2026 vorgelegte Studie zur Geschichte der deutschen Sinti und Roma in Schleswig-Holstein, dass Diskriminierung und institutionelle Kontinuitäten auch nach 1945 fortwirkten. Die Auswertung der Entschädigungsverfahren dokumentiert langwierige und teilweise demütigende Verfahren; Interviews berichten zudem von Diskriminierungserfahrungen in Schule, Behörden und Polizei. Die Studie benennt weitere Forschungsbedarfe und eröffnet ausdrücklich Möglichkeiten, ihre Erkenntnisse im Schulunterricht zu vermitteln. Der Änderungsantrag verbindet deshalb die weitere historische Aufarbeitung mit konkreten Maßnahmen in Bildung, Beratung und der Auseinandersetzung mit Antiziganismus in staatlichen Institutionen.