Clubs und Livemusikspielstätten werden im Programmentwurf zu Recht als wichtige Kulturorte und Bestandteile lebendiger Innenstädte anerkannt. Gerade erfolgreiche Kulturorte geraten jedoch immer wieder unter Druck, wenn Wohnbebauung an bereits bestehende Standorte heranrückt. Dann können Nutzungskonflikte entstehen, obwohl der Kulturort schon lange vor der neuen Wohnnutzung vorhanden war.
Das Agent-of-Change-Prinzip setzt an diesem Konflikt an: Wer eine neue Nutzung an eine bestehende lärmintensivere Nutzung heranführt, muss die dadurch entstehenden Konflikte bereits bei Planung und Schallschutz berücksichtigen. Damit schützen wir sowohl das Recht auf Wohnen und Ruhe als auch gewachsene Kulturorte und schaffen frühzeitig Planungssicherheit für beide Seiten.
Ein moderner Umgang mit Nachtkultur bedeutet nicht, Lärmschutz gegen Kultur auszuspielen. Ziel muss vielmehr sein, Konflikte durch vorausschauende Stadtplanung, geeigneten Schallschutz und ein zeitgemäßes Bau- und Immissionsschutzrecht möglichst gar nicht erst entstehen zu lassen.