Junge Menschen sollen unabhängig von Wohnort, Einkommen und Ausbildungsweg selbstständig mobil sein können. Der Programmentwurf sieht bereits wichtige Vergünstigungen für Schüler*innen, Auszubildende und Freiwilligendienstleistende vor. (Die dort genannten 30€ sind aber keine Verbesserung zu der aktuellen Situtation. Da viele Kreise bereits darunterliegen.) Diese Gruppen werden bislang jedoch über unterschiedliche Ticket-, Förder- und Finanzierungsmodelle erreicht. Wir wollen diese Lücke schließen und die bereits angelegte Perspektive kostenfreier Mobilität zu einer konkreten und einheitlichen Forderung weiterentwickeln.
Das Deutschlandticket bietet dafür die geeignete Grundlage. Statt ein zusätzliches landeseigenes Tarifprodukt zu schaffen, wollen wir auf einer bestehenden, etablierten und bundesweit gültigen Struktur aufbauen. Damit bleibt die Mobilität junger Menschen nicht auf Schleswig-Holstein begrenzt und die Tariflandschaft wird nicht durch ein weiteres Ticket verkompliziert.
Die Kostenfreiheit soll dabei nicht davon abhängen, ob ein Ausbildungsbetrieb oder eine Einsatzstelle einen freiwilligen Zuschuss leistet. Beiträge von Ausbildungsbetrieben und Einsatzstellen können die Finanzierung ergänzen, der individuelle Anspruch muss jedoch unabhängig davon bestehen.
Gleichzeitig ist Kostenfreiheit dauerhaft nur tragfähig, wenn auch ihre Finanzierung dauerhaft gesichert ist. Bereits heute setzen Land und kommunale Ebene erhebliche Mittel für Schüler*innenbeförderung und vergünstigte Tickets ein. Diese bestehenden öffentlichen Finanzierungsbeiträge wollen wir erhalten, verbindlich aufeinander abstimmen und in einem gemeinsamen Finanzierungsmodell bündeln. Zusätzliche Finanzierungsbedarfe müssen transparent ermittelt und dauerhaft im Landeshaushalt berücksichtigt werden.
Damit verbinden wir einen klaren Anspruch auf kostenfreie Mobilität mit einer verlässlichen Finanzierung: bestehende Strukturen nutzen, öffentliche Finanzierungsbeiträge sichern und zusätzliche Belastungen planbar im Landeshaushalt abbilden.