Sportvereine übernehmen weit über den eigentlichen Sportbetrieb hinaus Verantwortung für gesellschaftlichen Zusammenhalt, Ganztag, Inklusion, Demokratie und Teilhabe. Damit diese Aufgaben dauerhaft geleistet werden können, braucht der organisierte Sport verlässliche Rahmenbedingungen.
Steigende Personal-, Energie- und Betriebskosten treffen Vereine unmittelbar. Die Evaluation des Sportfördergesetzes sollte deshalb nicht allein Förderwirkungen und Mittelverwendung betrachten, sondern auch prüfen, ob die finanzielle Ausstattung mit der tatsächlichen Kostenentwicklung Schritt hält. Die tatsächliche Kostenentwicklung soll regelmäßig berücksichtigt und die Höhe der Sportförderung auf dieser Grundlage bedarfsgerecht weiterentwickelt werden. So schaffen wir Verlässlichkeit, ohne einen automatischen Anpassungsmechanismus festzuschreiben.
Gleichzeitig wächst insbesondere in ehrenamtlich geführten Vereinen der organisatorische und administrative Aufwand. Ziel staatlicher Sportpolitik sollte deshalb sein, unnötige Bürokratie abzubauen und gemeinsam mit dem organisierten Sport die Voraussetzungen für wirksame Vereinsentwicklung, Ehrenamtsförderung und digitale Entlastung zu schaffen.
Dabei bleibt die Autonomie des organisierten Sports gewahrt. Das Land soll keine parallelen Beratungs- oder Vereinsentwicklungsstrukturen schaffen, sondern die Rahmenbedingungen dafür verbessern, dass der Landessportverband und seine Strukturen diese Aufgaben wirksam wahrnehmen können.
Sportvereine brauchen keine zusätzlichen Aufgaben. Sie brauchen verlässliche Bedingungen, damit sie das leisten können, was längst in ihnen steckt.