| Antrag Landtagswahlprogramm: | Sport |
|---|---|
| Antragsteller*in: | LaVo GJ SH (dort beschlossen am: 30.09.2026) |
| Status: | Geprüft |
| Verfahrensvorschlag: | Modifizierte Übernahme |
| Eingereicht: | 02.10.2026, 23:18 |
1.8-4510: Sport
Verfahrensvorschlag: Text
Nach Zeile 4510 einfügen:
E-Sport
Schleswig-Holstein fördert über den E-Sport-Verband Schleswig-Holstein und weitere Maßnahmen bereits seit mehreren Jahren den vereinsorganisierten E-Sport. Diese Unterstützung wollen wir fortsetzen und dabei die Möglichkeiten der neuen Gemeinnützigkeit des E-Sport besser nutzen.
Zur weiteren strukturierten Förderung des E-Sports und der Gamingbranche in Schleswig-Holstein wollen wir eine ressortübergreifende E-Sport-Strategie 2030 entwickeln, die neben sportlichen und kulturellen auch wirtschaftliche Potenziale der Gaming-Industrie durch Technologie, Künstliche Intelligenz und Innovationen aufgreifen soll.
Ob junge Entwickler*innenstudios, E-Sport-Vereine oder Gaming-Orte in Jugendzentren, Bibliotheken oder Kommunen: Wir stärken sie nachhaltig und schaffen durch mehr Medienkompetenz und Bewegungsangebote einen sicheren Umgang mit Gaming. Außerdem unterstützen wir weiterhin E-Sports-Events bei uns in Schleswig-Holstein und setzen uns für Aufklärung und gegen manipulative Praktiken wie Lootboxen und Pay-to-Win, sowie digitale Gewalt ein.
Sport hält unsere Gesellschaft zusammen und Menschen gesund. Viele Schleswig-
Holsteiner*innen betreiben in ihrer Freizeit Sport – ob in Vereinen,
Fitnessstudios oder selbst organisiert. Viele von ihnen engagieren sich
zusätzlich ehrenamtlich oder feuern als Fans mit Freude ihre
Lieblingssportler*innen an. Wir haben den Sport in unserem Land in den letzten
Jahren gestärkt, zum Beispiel durch die Sanierung von Sportstätten. Diesen Weg
gehen wir weiter! Ob kleines Boßelturnier oder Olympia – wir machen Schleswig-
Holstein zum führenden Sportland.
Wir werden:
unsere Sportstätten modernisieren und im Rahmen eines Landesprogramm
„Offene Sporthallen“ für mehr selbstorganisierte Bewegung öffnen.
feste Kooperationsstrukturen zwischen Vereinen, Schulen und Kitas fördern
und Sportvereine bei der Ganztagsbetreuung einbinden.
die Schwimmlernoffensive stärken, mit bezahlbaren Schwimmkursen für jedes
Kind.
mit dem Programm „Sport schafft Demokratie“ lokale Projekte gegen
Diskriminierung fördern.
Fanprojekte und sozialpädagogische Fanarbeit ausbauen, weil sie vor Ort
wichtige Demokratiearbeit leisten und Stadien nachweislich sicherer
machen.
1.8.1 Sportland Schleswig-Holstein
Wir GRÜNE setzen uns dafür ein, den Sport in seiner Vielfalt zu stärken. Wir
unterstützen den Zukunftsplan „Sportland Schleswig-Holstein“ und setzen die 118
Handlungsempfehlungen der landesweiten Sportentwicklungsplanung konsequent
weiter um. Gemeinsam mit dem organisierten Sport, den Kommunen und den
selbstorganisiert Sporttreibenden wollen wir Schleswig-Holstein zu einem der
bewegungsfreundlichsten Länder Deutschlands machen. Wir entwickeln das
bestehende Monitoring der 118 Handlungsempfehlungen verbindlich weiter,
berichten regelmäßig öffentlich darüber und nutzen die Evaluation des
Sportfördergesetzes, um Förderwirkungen, Mittelverwendung und noch offene
Umsetzungsschritte transparent darzustellen. Gemeinsam mit dem
Landessportverband beziehen wir die Interessen kleiner und rein ehrenamtlich
geführter Sportvereine stärker in sportpolitische Entscheidungen ein. Wir
entwickeln die bestehende Veranstaltungsförderung so weiter, dass auch kleinere,
regionale und ehrenamtlich organisierte Formate niedrigschwellig Zugang
erhalten. Gerade im ländlichen Raum sind Sportvereine oft die wichtigsten Orte
für Bewegung, Begegnung und Gemeinschaft. Deshalb verbinden wir Sportentwicklung
und Mobilitätsplanung stärker miteinander.
1.8.2 Sport für alle
1.8.2.1 Kinder und Jugendliche für den Sport begeistern
Bewegung und Sport sind zentral für die gesunde Entwicklung von Kindern und
Jugendlichen – körperlich, sozial und mental. Damit alle Kinder unabhängig von
Herkunft, Einkommen, Wohnort oder der zeitlichen Unterstützung ihrer Eltern
Zugang zu Sport und Bewegung erhalten, bauen wir die Zusammenarbeit zwischen
Sportvereinen, Schulen und Kindertagesstätten systematisch aus und verstetigen
sie. Bei der Umsetzung des Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung beziehen wir
Sportvereine verbindlich als Partner der Schulen ein. Wir fördern feste
Kooperationsstrukturen zwischen Vereinen, Schulen und Kitas und entwickeln das
bestehende Landesprogramm „Schule + Verein“ des Landessportverbands Schleswig-
Holstein weiter. Unser Ziel ist, dass Sport und Bewegung für jedes Kind
selbstverständlich zum Alltag gehören.
1.8.2.2 Sport und Inklusion
Wir wollen, dass Menschen mit Behinderungen selbstverständlich und
selbstbestimmt am Vereins- und Freizeitsport teilnehmen können. Dafür
unterstützen wir Sportvereine gezielt dabei, ihre Angebote inklusiv zu
gestalten. Wir setzen uns dafür ein, die bestehenden Beratungsstrukturen für
inklusiven Sport auszubauen, zu stärken und mit ausreichenden Ressourcen
auszustatten.
Inklusion scheitert häufig nicht am Willen, sondern an fehlender
Barrierefreiheit oder geeigneter Ausstattung. Deshalb fördern wir neben der
Beratung auch notwendige Sportgeräte und barrierefreie Umbauten. Menschen mit
Behinderungen und ihre Verbände sollen an der Entwicklung und Bewertung der
Programme verbindlich beteiligt werden.
1.8.2.3 Schutz, Vielfalt und Teilhabe im Sport stärken
Wir unterstützen Sportvereine und Verbände dabei, Vielfalt zu fördern,
Diskriminierung abzubauen und wirksame Schutzkonzepte gegen Rassismus, Sexismus,
sexualisierte Gewalt und andere Formen von Übergriffen umzusetzen.
Sportvereine und -verbände müssen sichere Orte für alle bieten: frei von
Diskriminierung, Sexismus, Belästigung und Gewalt. Wir machen Awareness-
Schulungen zu sexualisierter Gewalt und Sexismus zum verpflichtenden Bestandteil
der Aus- und Fortbildung von Trainer*innen und Übungsleiter*innen. Konkret
setzen wir uns dafür ein, im Dialog mit dem Landessportverband Inhalte zu
Prävention, Awareness und Ombudsarbeit in den Trainer*innenschein zu
integrieren. Denn wer eine Lizenz erhält, übernimmt Verantwortung für die
anvertrauten Sportler*innen. Bestehende Ansätze stärken und verankern wir
landesweit.
Vielfalt im Sport bedeutet mehr als den Schutz vor Diskriminierung. Wir stärken
die gleichberechtigte Beteiligung von Mädchen und Frauen in Sportangeboten,
Trainerinnenstäben, Schiedsgerichten, Vereinsvorständen und Verbänden. Auch
Menschen mit Behinderungen, sowie queere, trans, inter* und nichtbinäre Menschen
müssen Sport ohne Ausgrenzung und entwürdigende Hürden ausüben können.
Wir überprüfen Förderprogramme und Verbandsstrukturen daraufhin, ob Zugänge,
Ressourcen, Trainingszeiten und Beteiligungsmöglichkeiten tatsächlich fair
verteilt sind.
1.8.2.4 Schwimmen lernen
Jedes Kind soll sicher schwimmen können. Schleswig-Holstein hat bei der
Schwimmfähigkeit Fortschritte erzielt. Dennoch kann rund ein Viertel der Kinder
auch nach der sechsten Klasse noch nicht sicher schwimmen. Damit dürfen wir uns
nicht zufriedengeben. Deshalb entwickeln wir die Schwimmlern-Offensive weiter
und sichern sie dauerhaft ab. Mit der Sanierung von Schwimmhallen, der
Einrichtung eines landesweiten Wasserflächenkatasters und auch kreativen
Lösungen wie mobilen Schwimmbecken haben wir in dieser Legislaturperiode
wichtige Grundvoraussetzungen geschaffen. In einem nächsten Schritt stärken wir
die schulischen Angebote. Dafür braucht es mehr Lehrkräfte mit
Schwimmlehrbefähigung – hier weiten wir die Ausbildungskapazitäten aus.
Anfängerschwimmkurse müssen für alle Familien bezahlbar sein und Kinder
mindestens bis zum sicheren Schwimmen auf dem Niveau des Deutschen
Schwimmabzeichens Bronze begleiten.
1.8.3 Sportinfrastruktur: Begegnungsräume und Bewegungsräume
1.8.3.1 Moderne und nachhaltige Sportstätten
Viele Sporthallen, Schwimmbäder und Vereinsanlagen in Schleswig-Holstein sind
sanierungsbedürftig. Die durch Bundes- und EU-Mittel möglich gewordene Sanierung
von Sportstätten setzen wir fort. Wir setzen uns gegenüber dem Bund dafür ein,
bestehende Programme auszubauen und langfristig abzusichern.
Zusätzlich erhöhen wir perspektivisch die bestehenden Landesmittel für die
Sportstättenförderung über den Landessportverband und stärken damit gezielt
gemeinnützige Sportvereine bei Sanierung, Modernisierung und Barrierefreiheit.
Mit den Kommunen implementieren wir gemeinsam eine landeseinheitliche und
paritätisch finanzierte Sportstättenplanung und -förderung, die vorhandene
Förderprogramme anderer Ebenen mit einschließt. Ziel muss eine möglichst
bürokratiearme und faire Sportstättenförderung sein, die den Sanierungsstau
abbaut, ohne kleinere Kommunen mit großen Investitionsvorhaben allein zu lassen.
1.8.3.2 Sport- und Bewegungsräume öffnen
Sportplätze, Laufbahnen und Schulhöfe gehören zur öffentlichen Infrastruktur –
und sie stehen viel zu oft leer. Wir unterstützen Kommunen und Vereine dabei,
geeignete Sporthallen, Sportplätze, Laufbahnen und Schulhöfe außerhalb ihrer
regulären Nutzungszeiten schrittweise für selbstorganisierte Bewegung zu öffnen.
Wer spontan Sport treiben möchte, keinem Verein angehört oder Bewegung in den
Alltag integrieren will, findet vielerorts noch zu wenige geeignete und frei
zugängliche Angebote. Das wollen wir ändern. Wir legen ein Landesprogramm
„Offene Sporthallen“ auf, das Kommunen dabei unterstützt, ihre Schul- und
Vereinssporthallen außerhalb regulärer Unterrichts- und Vereinszeiten flexibel
und niedrigschwellig zu öffnen – für Freizeitgruppen, Familien, Kitas,
Jugendliche, Senior*innen und alle, die sich bewegen wollen. Dabei werten wir
Erfahrungen aus dänischen Kommunen und aus bestehenden deutschen Modellprojekten
zur Öffnung von Sporthallen aus.
Wir unterstützen Kommunen bei der Entwicklung einer digitalen Buchungsplattform,
bei der Installation von moderner Zutritts- und Schließtechnik sowie bei
Sicherheits- und Haftungsfragen. Dabei nehmen wir die berechtigten Interessen
der Schulen und Sportvereine ernst: Wir organisieren die Öffnung gemeinsam mit
Schulen, Kommunen und Sportvereinen. Klare Regelungen zu Nutzung, Haftung,
Aufsicht und Instandhaltung sind dafür Voraussetzung. Eine sachgemäße Nutzung
muss gewährleistet sein, deshalb entwickeln wir gemeinsam mit Kommunen und
Vereinen klare Regelungen für Nutzungszeiten, Haftung und Instandhaltung.
Wir wollen mehr Menschen einen niedrigschwelligen Zugang zu Sport ermöglichen.
Gemeinsam mit den Kommunen fördern wir inklusive und generationengerechte
Bewegungs- und Fitnessparks im öffentlichen Raum.
Bewegung findet nicht nur in Hallen und auf Sportplätzen statt. Wege, Parks,
Wälder, Küsten und Gewässer sind wichtige Sport- und Erholungsräume. Wir machen
sie für naturverträgliche Bewegung zugänglich und lösen Nutzungskonflikte
gemeinsam mit Sport, Kommunen, Naturschutz und Grundeigentümer*innen. Durch
klare Wegeführung, gute Informationen und abgestimmte Nutzungskonzepte lassen
sich Sport und Naturerleben miteinander verbinden und sensible Räume wirksam
schützen.
1.8.4 Sport, Gesellschaft und Zusammenhalt
1.8.4.1 Sport schafft Demokratie
Sportvereine sind vielfach Orte gelebter Demokratie. Wir unterstützen sie dabei,
Mitglieder stärker zu beteiligen, jungen Menschen früh Verantwortung zu
übertragen und transparente Entscheidungs- und Beschwerdestrukturen aufzubauen.
Mit dem Programm „Sport schafft Demokratie“ fördern wir Qualifizierung, Beratung
und lokale Projekte gegen Menschenfeindlichkeit, Antisemitismus, Rassismus und
Rechtsextremismus.
Der Sport hat eine Bindungskraft, die Menschen wie kein anderer Lebensbereich
zusammenbringen kann. Die Lebenswelten in Vereinen, Verbänden und gemeinsamen
Aktivitäten sind gerade in gesellschaftlich aufgeheizten Zeiten besonders
schützenswert. Ein lebendiges Sportland ist für uns eine zentrale
Gelingensbedingung unseres demokratischen Systems.
1.8.4.2 Fanrechte stärken
Fußball- und Handballvereine sind für viele Menschen in Schleswig-Holstein
wichtige Orte der Identifikation und Gemeinschaft. Eine lebendige, vielfältige
und friedliche Fankultur gehört für uns zum Sport. Trotz rückläufiger Zahlen bei
Straftaten rund um Sportevents planen die Innenminister*innen der Länder
Sicherheitsverschärfungen. Wir GRÜNE lehnen pauschale und einseitige
Sicherheitsverschärfungen ab, etwa den Einsatz von Überwachungssoftware, die
pauschale Reduzierung von Gästekartenkontingenten oder personalisierte Tickets.
Wir stärken stattdessen Fanprojekte, sozialpädagogische Fanarbeit und den
kontinuierlichen Dialog zwischen Fans, Vereinen, Verbänden und
Sicherheitsbehörden. Faninitiativen leisten vor Ort wichtige Demokratiearbeit
und vermitteln in Konfliktsituationen. Dieser präventive Ansatz ist ein großer
Erfolg und einer der Gründe dafür, dass Stadien immer sicherer werden. Wir
stärken Faninitiativen nach Bedarf auch in unteren Ligen und anderen Sportarten.
1.8.4.3 Dopingprävention im Breitensport stärken
Sport fördert Gesundheit – leistungssteigernde Substanzen gefährden sie. Auch
außerhalb des organisierten Leistungssports werden Anabolika, Stimulanzien und
andere leistungs- oder körperbildverändernde Substanzen konsumiert. Über
Verbreitung und Entwicklung bestehen jedoch erhebliche Datenlücken, die wir
schließen wollen. Besonders junge Menschen stehen unter wachsendem Druck,
vermeintlich perfekten Körper- und Leistungsbildern zu entsprechen. Hinzu kommt
der weit verbreitete, oft unkritische Gebrauch von Schmerzmitteln im Ausdauer-
und Freizeitsport. Die gesundheitlichen Folgen reichen von Herz-Kreislauf-
Erkrankungen und Leberschäden bis hin zu psychischen Erkrankungen und Risiken
durch verunreinigte Schwarzmarktprodukte.
Wir GRÜNE wollen Dopingprävention deshalb als festen Bestandteil der
Gesundheitsförderung im Breitensport verankern. Gemeinsam mit Sportvereinen,
Fitnessstudios, Schulen und Gesundheitsakteur*innen bauen wir
Aufklärungsangebote aus und informieren insbesondere junge Menschen über die
gesundheitlichen Risiken leistungssteigernder Substanzen. Dabei nehmen wir auch
den missbräuchlichen Gebrauch von Schmerzmitteln in den Blick.
E-Sport
Schleswig-Holstein fördert über den E-Sport-Verband Schleswig-Holstein und weitere Maßnahmen bereits seit mehreren Jahren den vereinsorganisierten E-Sport. Diese Unterstützung wollen wir fortsetzen und dabei die Möglichkeiten der neuen Gemeinnützigkeit des E-Sport besser nutzen.
Zur weiteren strukturierten Förderung des E-Sports und der Gamingbranche in Schleswig-Holstein wollen wir eine ressortübergreifende E-Sport-Strategie 2030 entwickeln, die neben sportlichen und kulturellen auch wirtschaftliche Potenziale der Gaming-Industrie durch Technologie, Künstliche Intelligenz und Innovationen aufgreifen soll.
Ob junge Entwickler*innenstudios, E-Sport-Vereine oder Gaming-Orte in Jugendzentren, Bibliotheken oder Kommunen: Wir stärken sie nachhaltig und schaffen durch mehr Medienkompetenz und Bewegungsangebote einen sicheren Umgang mit Gaming. Außerdem unterstützen wir weiterhin E-Sports-Events bei uns in Schleswig-Holstein und setzen uns für Aufklärung und gegen manipulative Praktiken wie Lootboxen und Pay-to-Win, sowie digitale Gewalt ein.
Original-Änderungsantrag: Text
Nach Zeile 4510 einfügen:
E-Sport
Schleswig-Holstein hat bereits Ansätze, Förderungen und Maßnahmen die E-Sport & Gaming unterstützen. Wir wollen diese zu einer ressortübergreifenden E-Sport-Strategie 2030 weiterentwickeln. Gaming ist längst mehr als Freizeit, sondern (Jugend-)Kultur, Kreativwirtschaft, Bildungsraum, Sport, Technologie- und Innovationsfeld. Deshalb wollenwir nicht mehr in Einzelmaßnahmen denken, sondern diese zusammenführen. Gaming- Strukturen sollen damit im ganzen mit institutionellen Förderungen aufgebaut werden.
Ob junge Entwickler*innenstudios, E-Sport-Vereine oder Gaming-Orte in Jugendzentren, Bibliotheken und Kommune: Wir stärken sie nachhaltig und schaffen sicheren Umgang durch mehr Medienkompetenz und klare Regeln gegen manipulative Praktiken wie Lootboxen, Pay-to-win und digitaler Gewalt.
Sport hält unsere Gesellschaft zusammen und Menschen gesund. Viele Schleswig-
Holsteiner*innen betreiben in ihrer Freizeit Sport – ob in Vereinen,
Fitnessstudios oder selbst organisiert. Viele von ihnen engagieren sich
zusätzlich ehrenamtlich oder feuern als Fans mit Freude ihre
Lieblingssportler*innen an. Wir haben den Sport in unserem Land in den letzten
Jahren gestärkt, zum Beispiel durch die Sanierung von Sportstätten. Diesen Weg
gehen wir weiter! Ob kleines Boßelturnier oder Olympia – wir machen Schleswig-
Holstein zum führenden Sportland.
Wir werden:
unsere Sportstätten modernisieren und im Rahmen eines Landesprogramm
„Offene Sporthallen“ für mehr selbstorganisierte Bewegung öffnen.
feste Kooperationsstrukturen zwischen Vereinen, Schulen und Kitas fördern
und Sportvereine bei der Ganztagsbetreuung einbinden.
die Schwimmlernoffensive stärken, mit bezahlbaren Schwimmkursen für jedes
Kind.
mit dem Programm „Sport schafft Demokratie“ lokale Projekte gegen
Diskriminierung fördern.
Fanprojekte und sozialpädagogische Fanarbeit ausbauen, weil sie vor Ort
wichtige Demokratiearbeit leisten und Stadien nachweislich sicherer
machen.
1.8.1 Sportland Schleswig-Holstein
Wir GRÜNE setzen uns dafür ein, den Sport in seiner Vielfalt zu stärken. Wir
unterstützen den Zukunftsplan „Sportland Schleswig-Holstein“ und setzen die 118
Handlungsempfehlungen der landesweiten Sportentwicklungsplanung konsequent
weiter um. Gemeinsam mit dem organisierten Sport, den Kommunen und den
selbstorganisiert Sporttreibenden wollen wir Schleswig-Holstein zu einem der
bewegungsfreundlichsten Länder Deutschlands machen. Wir entwickeln das
bestehende Monitoring der 118 Handlungsempfehlungen verbindlich weiter,
berichten regelmäßig öffentlich darüber und nutzen die Evaluation des
Sportfördergesetzes, um Förderwirkungen, Mittelverwendung und noch offene
Umsetzungsschritte transparent darzustellen. Gemeinsam mit dem
Landessportverband beziehen wir die Interessen kleiner und rein ehrenamtlich
geführter Sportvereine stärker in sportpolitische Entscheidungen ein. Wir
entwickeln die bestehende Veranstaltungsförderung so weiter, dass auch kleinere,
regionale und ehrenamtlich organisierte Formate niedrigschwellig Zugang
erhalten. Gerade im ländlichen Raum sind Sportvereine oft die wichtigsten Orte
für Bewegung, Begegnung und Gemeinschaft. Deshalb verbinden wir Sportentwicklung
und Mobilitätsplanung stärker miteinander.
1.8.2 Sport für alle
1.8.2.1 Kinder und Jugendliche für den Sport begeistern
Bewegung und Sport sind zentral für die gesunde Entwicklung von Kindern und
Jugendlichen – körperlich, sozial und mental. Damit alle Kinder unabhängig von
Herkunft, Einkommen, Wohnort oder der zeitlichen Unterstützung ihrer Eltern
Zugang zu Sport und Bewegung erhalten, bauen wir die Zusammenarbeit zwischen
Sportvereinen, Schulen und Kindertagesstätten systematisch aus und verstetigen
sie. Bei der Umsetzung des Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung beziehen wir
Sportvereine verbindlich als Partner der Schulen ein. Wir fördern feste
Kooperationsstrukturen zwischen Vereinen, Schulen und Kitas und entwickeln das
bestehende Landesprogramm „Schule + Verein“ des Landessportverbands Schleswig-
Holstein weiter. Unser Ziel ist, dass Sport und Bewegung für jedes Kind
selbstverständlich zum Alltag gehören.
1.8.2.2 Sport und Inklusion
Wir wollen, dass Menschen mit Behinderungen selbstverständlich und
selbstbestimmt am Vereins- und Freizeitsport teilnehmen können. Dafür
unterstützen wir Sportvereine gezielt dabei, ihre Angebote inklusiv zu
gestalten. Wir setzen uns dafür ein, die bestehenden Beratungsstrukturen für
inklusiven Sport auszubauen, zu stärken und mit ausreichenden Ressourcen
auszustatten.
Inklusion scheitert häufig nicht am Willen, sondern an fehlender
Barrierefreiheit oder geeigneter Ausstattung. Deshalb fördern wir neben der
Beratung auch notwendige Sportgeräte und barrierefreie Umbauten. Menschen mit
Behinderungen und ihre Verbände sollen an der Entwicklung und Bewertung der
Programme verbindlich beteiligt werden.
1.8.2.3 Schutz, Vielfalt und Teilhabe im Sport stärken
Wir unterstützen Sportvereine und Verbände dabei, Vielfalt zu fördern,
Diskriminierung abzubauen und wirksame Schutzkonzepte gegen Rassismus, Sexismus,
sexualisierte Gewalt und andere Formen von Übergriffen umzusetzen.
Sportvereine und -verbände müssen sichere Orte für alle bieten: frei von
Diskriminierung, Sexismus, Belästigung und Gewalt. Wir machen Awareness-
Schulungen zu sexualisierter Gewalt und Sexismus zum verpflichtenden Bestandteil
der Aus- und Fortbildung von Trainer*innen und Übungsleiter*innen. Konkret
setzen wir uns dafür ein, im Dialog mit dem Landessportverband Inhalte zu
Prävention, Awareness und Ombudsarbeit in den Trainer*innenschein zu
integrieren. Denn wer eine Lizenz erhält, übernimmt Verantwortung für die
anvertrauten Sportler*innen. Bestehende Ansätze stärken und verankern wir
landesweit.
Vielfalt im Sport bedeutet mehr als den Schutz vor Diskriminierung. Wir stärken
die gleichberechtigte Beteiligung von Mädchen und Frauen in Sportangeboten,
Trainerinnenstäben, Schiedsgerichten, Vereinsvorständen und Verbänden. Auch
Menschen mit Behinderungen, sowie queere, trans, inter* und nichtbinäre Menschen
müssen Sport ohne Ausgrenzung und entwürdigende Hürden ausüben können.
Wir überprüfen Förderprogramme und Verbandsstrukturen daraufhin, ob Zugänge,
Ressourcen, Trainingszeiten und Beteiligungsmöglichkeiten tatsächlich fair
verteilt sind.
1.8.2.4 Schwimmen lernen
Jedes Kind soll sicher schwimmen können. Schleswig-Holstein hat bei der
Schwimmfähigkeit Fortschritte erzielt. Dennoch kann rund ein Viertel der Kinder
auch nach der sechsten Klasse noch nicht sicher schwimmen. Damit dürfen wir uns
nicht zufriedengeben. Deshalb entwickeln wir die Schwimmlern-Offensive weiter
und sichern sie dauerhaft ab. Mit der Sanierung von Schwimmhallen, der
Einrichtung eines landesweiten Wasserflächenkatasters und auch kreativen
Lösungen wie mobilen Schwimmbecken haben wir in dieser Legislaturperiode
wichtige Grundvoraussetzungen geschaffen. In einem nächsten Schritt stärken wir
die schulischen Angebote. Dafür braucht es mehr Lehrkräfte mit
Schwimmlehrbefähigung – hier weiten wir die Ausbildungskapazitäten aus.
Anfängerschwimmkurse müssen für alle Familien bezahlbar sein und Kinder
mindestens bis zum sicheren Schwimmen auf dem Niveau des Deutschen
Schwimmabzeichens Bronze begleiten.
1.8.3 Sportinfrastruktur: Begegnungsräume und Bewegungsräume
1.8.3.1 Moderne und nachhaltige Sportstätten
Viele Sporthallen, Schwimmbäder und Vereinsanlagen in Schleswig-Holstein sind
sanierungsbedürftig. Die durch Bundes- und EU-Mittel möglich gewordene Sanierung
von Sportstätten setzen wir fort. Wir setzen uns gegenüber dem Bund dafür ein,
bestehende Programme auszubauen und langfristig abzusichern.
Zusätzlich erhöhen wir perspektivisch die bestehenden Landesmittel für die
Sportstättenförderung über den Landessportverband und stärken damit gezielt
gemeinnützige Sportvereine bei Sanierung, Modernisierung und Barrierefreiheit.
Mit den Kommunen implementieren wir gemeinsam eine landeseinheitliche und
paritätisch finanzierte Sportstättenplanung und -förderung, die vorhandene
Förderprogramme anderer Ebenen mit einschließt. Ziel muss eine möglichst
bürokratiearme und faire Sportstättenförderung sein, die den Sanierungsstau
abbaut, ohne kleinere Kommunen mit großen Investitionsvorhaben allein zu lassen.
1.8.3.2 Sport- und Bewegungsräume öffnen
Sportplätze, Laufbahnen und Schulhöfe gehören zur öffentlichen Infrastruktur –
und sie stehen viel zu oft leer. Wir unterstützen Kommunen und Vereine dabei,
geeignete Sporthallen, Sportplätze, Laufbahnen und Schulhöfe außerhalb ihrer
regulären Nutzungszeiten schrittweise für selbstorganisierte Bewegung zu öffnen.
Wer spontan Sport treiben möchte, keinem Verein angehört oder Bewegung in den
Alltag integrieren will, findet vielerorts noch zu wenige geeignete und frei
zugängliche Angebote. Das wollen wir ändern. Wir legen ein Landesprogramm
„Offene Sporthallen“ auf, das Kommunen dabei unterstützt, ihre Schul- und
Vereinssporthallen außerhalb regulärer Unterrichts- und Vereinszeiten flexibel
und niedrigschwellig zu öffnen – für Freizeitgruppen, Familien, Kitas,
Jugendliche, Senior*innen und alle, die sich bewegen wollen. Dabei werten wir
Erfahrungen aus dänischen Kommunen und aus bestehenden deutschen Modellprojekten
zur Öffnung von Sporthallen aus.
Wir unterstützen Kommunen bei der Entwicklung einer digitalen Buchungsplattform,
bei der Installation von moderner Zutritts- und Schließtechnik sowie bei
Sicherheits- und Haftungsfragen. Dabei nehmen wir die berechtigten Interessen
der Schulen und Sportvereine ernst: Wir organisieren die Öffnung gemeinsam mit
Schulen, Kommunen und Sportvereinen. Klare Regelungen zu Nutzung, Haftung,
Aufsicht und Instandhaltung sind dafür Voraussetzung. Eine sachgemäße Nutzung
muss gewährleistet sein, deshalb entwickeln wir gemeinsam mit Kommunen und
Vereinen klare Regelungen für Nutzungszeiten, Haftung und Instandhaltung.
Wir wollen mehr Menschen einen niedrigschwelligen Zugang zu Sport ermöglichen.
Gemeinsam mit den Kommunen fördern wir inklusive und generationengerechte
Bewegungs- und Fitnessparks im öffentlichen Raum.
Bewegung findet nicht nur in Hallen und auf Sportplätzen statt. Wege, Parks,
Wälder, Küsten und Gewässer sind wichtige Sport- und Erholungsräume. Wir machen
sie für naturverträgliche Bewegung zugänglich und lösen Nutzungskonflikte
gemeinsam mit Sport, Kommunen, Naturschutz und Grundeigentümer*innen. Durch
klare Wegeführung, gute Informationen und abgestimmte Nutzungskonzepte lassen
sich Sport und Naturerleben miteinander verbinden und sensible Räume wirksam
schützen.
1.8.4 Sport, Gesellschaft und Zusammenhalt
1.8.4.1 Sport schafft Demokratie
Sportvereine sind vielfach Orte gelebter Demokratie. Wir unterstützen sie dabei,
Mitglieder stärker zu beteiligen, jungen Menschen früh Verantwortung zu
übertragen und transparente Entscheidungs- und Beschwerdestrukturen aufzubauen.
Mit dem Programm „Sport schafft Demokratie“ fördern wir Qualifizierung, Beratung
und lokale Projekte gegen Menschenfeindlichkeit, Antisemitismus, Rassismus und
Rechtsextremismus.
Der Sport hat eine Bindungskraft, die Menschen wie kein anderer Lebensbereich
zusammenbringen kann. Die Lebenswelten in Vereinen, Verbänden und gemeinsamen
Aktivitäten sind gerade in gesellschaftlich aufgeheizten Zeiten besonders
schützenswert. Ein lebendiges Sportland ist für uns eine zentrale
Gelingensbedingung unseres demokratischen Systems.
1.8.4.2 Fanrechte stärken
Fußball- und Handballvereine sind für viele Menschen in Schleswig-Holstein
wichtige Orte der Identifikation und Gemeinschaft. Eine lebendige, vielfältige
und friedliche Fankultur gehört für uns zum Sport. Trotz rückläufiger Zahlen bei
Straftaten rund um Sportevents planen die Innenminister*innen der Länder
Sicherheitsverschärfungen. Wir GRÜNE lehnen pauschale und einseitige
Sicherheitsverschärfungen ab, etwa den Einsatz von Überwachungssoftware, die
pauschale Reduzierung von Gästekartenkontingenten oder personalisierte Tickets.
Wir stärken stattdessen Fanprojekte, sozialpädagogische Fanarbeit und den
kontinuierlichen Dialog zwischen Fans, Vereinen, Verbänden und
Sicherheitsbehörden. Faninitiativen leisten vor Ort wichtige Demokratiearbeit
und vermitteln in Konfliktsituationen. Dieser präventive Ansatz ist ein großer
Erfolg und einer der Gründe dafür, dass Stadien immer sicherer werden. Wir
stärken Faninitiativen nach Bedarf auch in unteren Ligen und anderen Sportarten.
1.8.4.3 Dopingprävention im Breitensport stärken
Sport fördert Gesundheit – leistungssteigernde Substanzen gefährden sie. Auch
außerhalb des organisierten Leistungssports werden Anabolika, Stimulanzien und
andere leistungs- oder körperbildverändernde Substanzen konsumiert. Über
Verbreitung und Entwicklung bestehen jedoch erhebliche Datenlücken, die wir
schließen wollen. Besonders junge Menschen stehen unter wachsendem Druck,
vermeintlich perfekten Körper- und Leistungsbildern zu entsprechen. Hinzu kommt
der weit verbreitete, oft unkritische Gebrauch von Schmerzmitteln im Ausdauer-
und Freizeitsport. Die gesundheitlichen Folgen reichen von Herz-Kreislauf-
Erkrankungen und Leberschäden bis hin zu psychischen Erkrankungen und Risiken
durch verunreinigte Schwarzmarktprodukte.
Wir GRÜNE wollen Dopingprävention deshalb als festen Bestandteil der
Gesundheitsförderung im Breitensport verankern. Gemeinsam mit Sportvereinen,
Fitnessstudios, Schulen und Gesundheitsakteur*innen bauen wir
Aufklärungsangebote aus und informieren insbesondere junge Menschen über die
gesundheitlichen Risiken leistungssteigernder Substanzen. Dabei nehmen wir auch
den missbräuchlichen Gebrauch von Schmerzmitteln in den Blick.
E-Sport
Schleswig-Holstein hat bereits Ansätze, Förderungen und Maßnahmen die E-Sport & Gaming unterstützen. Wir wollen diese zu einer ressortübergreifenden E-Sport-Strategie 2030 weiterentwickeln. Gaming ist längst mehr als Freizeit, sondern (Jugend-)Kultur, Kreativwirtschaft, Bildungsraum, Sport, Technologie- und Innovationsfeld. Deshalb wollenwir nicht mehr in Einzelmaßnahmen denken, sondern diese zusammenführen. Gaming- Strukturen sollen damit im ganzen mit institutionellen Förderungen aufgebaut werden.
Ob junge Entwickler*innenstudios, E-Sport-Vereine oder Gaming-Orte in Jugendzentren, Bibliotheken und Kommune: Wir stärken sie nachhaltig und schaffen sicheren Umgang durch mehr Medienkompetenz und klare Regeln gegen manipulative Praktiken wie Lootboxen, Pay-to-win und digitaler Gewalt.
Unterstützer*innen
- Sebastian Bonau (KV Schleswig-Flensburg)